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Bilderfilter

Bei dem Durchschauen meiner Städtetrip-Fotos habe ich mir eine Aufgabe gestellt: Finde das eine Foto, das die besuchte Stadt in zumindest einem wichtigen Aspekt repräsentiert. Etwas, was sie ausmacht, was aber nicht unbedingt das Monument oder der Platz ist, der üblicherweise genommen wird. Eine schwierige Aufgabe, denn natürlich sind der Eiffelturm und die Sagrada Familia die typischen Motive, die man überall geboten bekommt und das aus gutem Grund.

Egal, Filter definiert und Auswahl getroffen – eine gute Gelegenheit, sich nach längerer Zeit mal wieder die Highlights der Trips anzusehen. In alphabetischer Reihenfolge:

Amsterdam: Zugegebenermaßen eine klassische Ansicht. Ausgewählt habe ich sie aus zwei Gründen – zum einen ist dort viel Wasser zu sehen, eine der Hauptcharakteristika dieser Stadt und zum anderen waren es so ca. 35 – 37 Grad beim Trip und ein Aufenthalt beim Wasser war oft etwas angenehmer,

Barcelona: Die Casa Mila von Gaudi war ursprünglich nicht auf meinem Besuchsplan, da der Eintritt dafür doch recht saftig war. Gaudi dominiert aber die Stadt gleich an mehreren Stellen der Stadt und die Aussicht vom Dach ist spektakulär.

Glasgow: Ich glaube, Schottland’s Hauptstadt gehört zu den Metropolen in Europa, die sich in den letzten Jahren sehr gewandelt hat. Von der Industriestadt zur Kulturstadt mit vielen Parks und interessanter Architektur. Offensichtlich hat man auch keine Probleme, Neues direkt neben Altes zu bauen, was dieses Foto eventuell verdeutlicht.

Kopenhagen: Der Besuch fand im Winter statt, kurz vor Weihnachten. Wo findet man da viele Dänen und Besucher, wenn es sie denn nach draußen lockt? Genau – im weihnachtlich geschmückten Tivoli.

London: Eine Szenerie, die jemand ohne Ortsbeschreibung auch einer amerikanischen Stadt wie New York zuordnen könnte. Aber sie repräsentiert einen großen Teil der Stadt, der sich erneuert hat, in den letzten Jahren will man architektonisch hoch hinaus, der Business District wird größer und dazu gehört natürlich eine ordentliche Skyline.

Paris: Üblicherweise werden ganz andere Ansichten mit Paris verbunden, absolute Klassiker. Dieses Foto zeigt aber, dass die Stadt auch auf „neu“ setzt – in Verbindung mit dem, was man an vielen Orten findet: Kunst.

Rom: Hier wird es schwierig, nicht einen Klassiker aufzubieten – ich vermeide mal Petersdom, Kolosseum und co, komme aber nicht am Fontana di Trevi vorbei. Das hat was mit persönlicher Vorliebe zu tun: Ich bin ein absoluter Fan von Springbrunnen und das ist nun mal einer der schönsten in der Welt.

Warschau: Auch Warschau gibt sich imposante Gebäude – wohl als Zeichen für seine gewachsene Wirtschaftskraft und Bedeutung. Neben dem Kulturpalast, dem wohl ersten Wolkenkratzer damals in Warschau, haben sich mittlerweile viele anderen neue Gebäude eingefunden, die zusammen schon so etwas wie eine Skyline ergeben.

Im Sessel reisen

Momentan befinden wir uns in einer Phase, in der wir uns wieder mehr in die heimischen Gefilde zurückziehen, die Pandemie breitet sich aus und fast sämtliche Unternehmungen sind erst einmal gestrichen. Darunter auch das Reisen, normalerweise eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich bin ein großer Fan besonders von Städtereisen und erst kürzlich wäre unser Trip nach Lissabon gewesen.

Weil ich momentan mehr zuhause bin als sonst, habe ich mich nach längerer Zeit dazu entschlossen, ein Buch zu lesen. Das ist etwas, was ich in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt habe. Ich war schon seit langem ein großer Fan von Reiseliteratur, zu meinen Lieblingsautoren gehört Bill Bryson, Lieblingsbuch von ihm ist „Notes from a big country“. Reisebücher, so meine bisherige Erfahrung, sind ein gutes Mittel gegen Fernweh, also momentan besonders angesagt.

Voe einiger Zeit erschien so ein Reisebuch – zwar unglücklicherweise gerade zu Beginn der Pandemie – aber es erweckte dennoch mein Interesse: „Backpacking in Pakistan“. Denn neben dem Ersatz für die eigenen, gestrichenen Reisen geht es hier über einen Trip, den ich als in Watte gepackter Vorsicht-Traveller mit Aufenthalten in recht angenehmen Serviced Apartments eigentlich als zwar nicht vorstellbar für mich empfinde – aber ich bin gerne bereit, meinen Horizont zu erweitern, zumal ich kaum etwas über dieses Land weiß. Außerdem lasse ich mir gerne berichten, wie so ein Trip für andere verlaufen ist.

Nach dem Lesen eines beträchtlichen Teils des Buches bin ich begeistert: Das Buch ist unheimlich kurzweilig geschrieben und sozusagen ein detaillierter, chronologischer Situationsbericht der beiden Reisenden, die sich in ihren Schilderungen abwechseln. Der Humor kommt dabei nicht zu kurz. Pakistan zeigt sich zum einen mit seinen Problemen – die Nichtbeachtung von Frauen bei spontanen Begegnungen finde ich erstaunlich – aber auch als ein faszinierendes Land mit vielen Facetten – von wilder, unwegbarer Natur beim Nanga Parbat bis zur neu angelegten, herausgeputzten Metropole Islamabad. Es ist der Offenheit aber auch Kontaktfreudigkeit und Flexibilität der beiden Autoren zu verdanken, dass der Leser einen vertiefenden Einblick in Pakistan selbst, aber auch seiner Bewohner bekommt. Denn sie geben nicht auf, kämpfen gegen die ausgeprägte Bürokratie des Landes, aber auch gegen die eigene Erschöpfung wenn es darum geht, eine Etappe der Reise so durchzuziehen, wie sie geplant war. Hier also: Großer Respekt von mir!

Alles in allem ist das Buch momentan, wo die dunkle Jahreszeit einzieht und das Wetter draußen schlechter wird (*Floskel on*) eine interessante Abwechslung und jeder, der Pakistan einmal kennenlernen möchte, sollte dieses Buch lesen.

Stornierungsmarathon

Mittlerweile hat der Oktober begonnen und ich nähere mich – mal wieder – einer Reise, die coronabedingt nicht stattfinden kann. Nachdem wir unserer ersten Versuch, uns Lissabon anzusehen, im März aufgeben mussten und alles auf den Oktober verschoben haben, kann diese Reise aufgrund der momentanen Situation wieder nicht stattfinden. Stornierungen – wie schon im Sommer beim geplanten Schweden-Trip – waren mal wieder angesagt.

Bei allen Einschränkungen, die das Virus bewirkt sind, vermisse ich am meisten die Möglichkeit, Konzerte zu besuchen und Länder / Städte zu besuchen. Was also tun? Eine der Lösungen ist eine naheliegende, sicherlich auch von vielen anderen praktizierte – man wird Tourist in der eigenen Stadt, entdeckt Orte von Berlin neu, die man ja auch schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen hat. Da ich dem ÖPNV bzw. deren Benutzern nicht sehr vertraue kommt als (gesunde) Alternative das Fahrrad in Frage. Es ist auch eine gute Maßnahme, wenn man sich sonst nicht viel bewegt.

Meine Erfahrung: Es lohnt sich sehr. Denn dadurch, dass ich manche Gegenden für längere Zeit nicht gesehen habe, gibt es Überraschungen wie die kürzlich, als ich in der Nähe des Alexa-Einkaufszentrum Hochhäuser vorfand, die bei meiner letzten Fahrt in dieser Gegend noch gar nicht standen. Wird das Ganze bei sinkenden Temperaturen noch weiterhin so möglich sein? Vielleicht nicht in dem Ausmaß, bei schönen Wetter macht das schon mehr Spaß, aber fest steht, es ist ein guter Ersatz bis man wieder reisen darf.

Der „Cube“ am Hauptbahnhof

Mehrwert

Es ist schon wieder ein paar Wochen her seit unserem letzten Städtetrip, der dieses Mal nach London ging. Alles, was danach kommt, muss sich mit dieser Stadt und den vielen Eindrücken messen lassen. Dennoch – es folgen Amsterdam (schon dort gewesen und für toll befunden) und Paris – gute Nachfolger also.

Der eine oder andere mag der Meinung sein, das Geld lasse sich doch besser in bleibende Werte investieren – ein neues Fahrrad, neue Möbel oder Ähnliches. Ich mache aber immer wieder die Erfahrung, dass diese Kurzreisen ja nicht nur während der Durchführung Spaß machen. Da ist die Vorfreude bei der Planung, die verzehrten Mitbringsel oder das Ansehen der Souvenirs danach. Bis zum Kalender mit selbstgemachten Fotos, der Highlights der Reisen noch mal zeigt. Es entsteht sozusagen ein Mehrwert an Eindrücken und Erinnerungen der der Freud über einen erworbenen Gegenstand mindestens gleichgestellt ist.