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Zum Fußball gehen

Gut, Hertha hat nun auch die ersten Punkte geholt. Als passionierter Anhänger dieses Vereins braucht man eine gewisse Leidensfähigkeit und freut sich wie ein Schneekönig, wenn ein Aufsteiger wie Bochum mit Ach und Krach besiegt wird. Auch wenn ich mir Sky und Dazn leiste, ein Besuch der Heimspiele von Hertha ist mir ehrlich gesagt in Pandemie-Zeiten und aufgrund anhaltender Erfolgslosigkeit noch zu viel des Guten.

Da finde ich momentan einen Verein, der ganz in der Nähe spielt interessanter für einen Besuch: Viktoria Berlin ist vor kurzem in die dritte Liga aufgestiegen und steht hier nun an der Tabellenspitze. Die Zuschauerzahl liegt bei 1.500 – 3.000 Zuschauern, ein Kuddelmuddel im ÖPNV ergibt sich dadurch wohl nicht und man könnte auch bei schönem Wetter mit dem Fahrrad hin – oder gar zu Fuß hingehen. Die Eintrittspreise sind recht ok und zusätzlich gibt es mit Magdeburg, Osnabrück, Braunschweig, Kaiserslautern, Duisburg und Saarbrücken recht bekannte Vereine in der Liga. Also – es spricht Einiges dafür, mir mal ein Spiel anzuschauen.

Noch interessanter könnte es übrigens werden, wenn auch noch in die Zweite Bundesliga aufgestiegen wird und Teams wie Schalke, Bremen, der HSV oder Nürnberg mit ihren vielen Fans Prenzlauer Berg erobern. Das könnte Parkplatzprobleme verursachen. Der Verein hat zwar angekündigt, dass das der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark dann zu klein wäre und man umziehen werde. Es fragt sich nur wohin – viele Möglichkeiten in Berlin gibt es nicht.

Exkursionen

Ich glaube, ich bin nicht der einzige, der in letzten, grauen und kalten Wochen wenig Lust hatte, draußen längere Spaziergänge zu unternehmen. Auch die Natur zeigte wenig Interesse, sich dem Kalender anzupassen.

Aber seit einer knappen Woche hat sich das Wetter berappelt. Die Vitamin D Tabletten können erst mal in der Packung bleiben, denn die Sonne liefert den Stoff gratis und die Pflanzenwelt holt im Schnelltempo das auf, was sie bisher nicht schaffen konnte.

So ergibt sich bei den täglich viel längeren Exkursionen in Prenzlauer Berg und Weißensee fast jedes Mal eine andere Ansicht – hier eine Blume, die angefangen hat zu blühen, dort ein Baum, der sich zunehmend mit Blättern ausstattet. Das ist schönes Futter für Fotos, wie diese hier 🙂

Prenzlberger Blätterwald

Momentan sind fast alle Blätter von den Bäumen gefallen und ein Farbenspiel, wie es in den letzten Jahren selten vorkam, endet. Warum die Bäume dieses Jahr besonders bunt und nett anzusehen waren, weiß ich nicht. Wie auch immer: Da unsere Wege nun auf Berlin beschränkt sind, ist es gut, bei Spaziergängen in der Nachbarschaft schöne Ansichten zu haben, die man sonst nicht bekommt.

Knödel de luxe

Eigentlich hatte ich ursprünglich mal vor, hier einige vegetarische Restaurants in Berlin vorzustellen, bei denen sich der Besuch besonders lohnt. Leider ist das Projekt eine Weile wegen der Pandemie auf Eis gelegt, da ich glaube, ein Essen in einem Restaurant sollte kein Risiko darstellen, man sollte das, was serviert wird, unbeschwert genießen können.

Ich weiß, dass viele Gastronomen unheimlich viel investieren,um ihr Restaurant sicher zu machen, aber die Pandemie-Lage verändert sich ständig und momentan ist hinsichtlich der wachsenden Infektionszahlen vor allem in Berlin erst mal Land unter angesagt.

Aber es gibt ja noch den Lieferservice und der bietet dummerweise nicht mein Lieblingsrestaurant (Feel Seoul Good) an, weil es leider etwas außerhalb des Liefergebietes liegt. Dennoch gibt es einige vegetarische Alternativen in der Nähe, also wurde zum ersten Mal das Häppies in der Dunckerstraße getestet. Das vegetarische Fusionrestaurant stellt ein Produkt ins Zentrum – den Germknödel mit verschiedensten salzigen und süßen Füllungen. Wer großen Hunger hat, bestellt sich am besten gleich zwei davon, wer die verschiedenen Sorten durchprobieren möchte, teilt sich die Klöße mit einer zweiten Person. Die Klöße kamen alle säuberlich in Pappkartons an, jeder hatte seine Farbe / Soße und dazu ein kleiner, passender Salat.

Das Ganze schmeckte hervorragend und ist etwas, was man vor allem als untalentierter Koch wie ich, selbst nicht so gut hinbekommen hätte. Empfehlenswert 🙂

Sternenmusik

Die Londoner Band Solomon Grey tritt normalerweise an Orten wie der Royal Albert Hall und der Elbphilharmonie auf.  Für ein ungewöhnliches Konzert entschlossen sie sich jedoch für einen völlig anderen Ort: Das Zeiss-Großplanetarium in Prenzlauer Berg. Etwas, was auch für sie Neuland war.

Ihre Musik – ein Querschnitt aus Klassik, Filmmusik, elektronischen Balladen und Popmusik – passte bei dem gut besuchten Konzert wunderbar zu dem visuellen Spektakel, das sich über den Köpfen der Besucher*innen abspielte. Auch die Bandmitglieder konnten offensichtlich nicht anders,  Tom Kingston schielte während des Bedienens der verschiedenen elektronischen Instrumente gelegentlich nach oben.

Sicherlich, es war teilweise etwas schwierig, Performance und Visuelles miteinander zu vereinen. Die Animationen an der Kuppel lagen im Zentrum der Aufmerksamkeit, die Band zu verfolgen, wie sie spielt, war schwierig, zumal sie eh im Dunkeln stand und man sich fragte, wie sie denn die richtigen Tasten finden können. Alles im Allen war das Konzert aber eine richtig schöne und gelungene Veranstaltung, die von netten Gesprächen der Bandmitglieder mit den Besucher*innen nach dem Konzert abgeschlossen wurde.

Berliner Architektur

Normalerweise reicht schon ein kurzer Spaziergang in einer Berliner Gegend aus, die man länger nicht besucht hat, um neue Gebäude und noch nicht gesehene interessante Architektur zu finden – weil diese Stadt sich immer neu erfindet und im ständigen Wandel befindet.

Manchmal läuft man aber auch an einem Gebäude vorbei und es fällt einem erst nach mehrmaligem Hinsehen auf, dass es eigentlich doch recht interessant aussieht. So geschehen hier bei dieser (offensichtlich) ehemaligen Fabrik im Osten von Prenzlauer Berg, die – vor allem angestrahlt- sehr hübsch aussieht.

Prenzl-Künstler

Der Prenzlauer Berg besteht nicht nur aus gentrifizierten Wohngegenden, Cafes und Kitas sondern bietet einigen, bedeutenden Künstlern der Gegenwart ein Zuhause oder eine Stätte des Schaffens. Beispiele:

Der dänische Künstler Olafur Eliasson hat schon seit einiger Zeit sein Atelier im Pfefferberg, einer ehemaligen Brauerei, aufgeschlagen. Das Atelier bietet Kunsthistorikern, Grafikern, Filmemachern, Architekten etc. eine Möglichkeit zum Arbeiten. Außerdem werden Workshops angeboten.

Der internationale Künstler Jonathan Meese hat sich ein ehemaliges Wasserpumpwerk ausgesucht, in dem er und seine Mitarbeiter kreativ sind. Wenn man Glück hat, kann man sich seine Werkstätte bei einer der Galeriewochenenden ansehen.

Und dann ist dann noch Ai Weiwei, Chinas wohl bekanntester Dissident und Künstler, der seit einiger Zeit unweit des Bötzowviertels wohnt.