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Goldene Weltkugeln

Es gab wohl kein Jahr, in dem derjenige, der nicht oft ins Kino geht, so viele nominierte Filme für die Golden Globes sehen konnte, wie nach dem Jahr, in dem sie es aufgrund der Pandemie nicht ins Kino schafften. Deswegen wurden viele Filme nominiert, die bei digitalen Anbietern liefen. Als Abonnent von Netflix und Prime stehen mir einige sehenswerte Filme zur Verfügung und zur Zeit arbeite ich mich sozusagen durch die Listen. Hier ein paar Beispiele:

Mank (Netflix) – Dieser Film über den Drehbuchautor zu Citizen Kane ist am meisten nominiert. Er hat sicherlich seine Stärken: Gary Oldman spielt (mal wieder) hervorragend, die historische Authentizität spiegelt sich durch die Wahl des Schwarz-Weiß Films, die Musik und die Settings wieder, aber – ich glaube, der absolute „Film des Jahres“ ist es meiner Meinung nach nicht. Dafür ist die Story ein bisserl dünn.

The Trial of the Chicago 7 (Netflix) – Schilderung eines wichtigen Ereignisses in der amerikanischen Geschichte. Es geht um den Prozess gegen sieben Angeklagte, denen nach Unruhen in Chicago eine Verschwörung vorgeworfen wird. Der Film wimmelt nur so vor bekannten Schauspielern. Häufig, wenn viele Stars mit von der Partie sind, treten sie sich auf die Füße und es wird offensichtlich an anderen Dingen, wie dem Drehbuch gespart. Hier ist das nicht der Fall. Der Prozess, aber aber auch die Geschehnisse, die zu ihm führten, werden spannend dargestellt und der Film ist zu Recht nominiert.

Ma Rainey’s black bottom (Netflix) – Ein Film, der zum einem von den superben Schauspielerin lebt – unter anderem Chadwick Boseman in seiner letzten Rolle und Viola Davis als extravagante Sängerin – zum anderen von den Dialogen, die intensiv und emotional die dichte Atmosphäre in diesem begrenzten Setting (Basis war ein Theaterstück) unterstreichen.

One night in Miami (Prime) – Wie der Vorgänger diente auch diesem Film ein Theaterstück als Vorlage. Das tatsächlich stattgefundene Treffen von Malcolm X, Cassius Clay, Jim Brown und Sam Cooke zeigt auf, dass sich an der Situation der afroamerkanischen Bevölkerung seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts kaum etwas geändert hat. Der Film zeigt die verschiedenen Charaktere der Berühmtheiten, aber auch, was für sie wichtig ist und worin sie sich unterscheiden. Sehr gut inszeniert.

Sound of Metal (Prime) – Hauptdarsteller Riz Ahmed spielt den Metal Drummer mit Hörverlust so natürlich und gut, dass seine Nominierung völlig gerechtfertigt ist. Was mir besonders gefällt ist, dass dies nicht der typisch, rührselige „Mensch mit Behinderung wird wieder glücklich “ – Film ist, sondern er verläuft anders und bietet damit eine neue Variante.

Ein Film fehlt bei den Nominierungen, leider hat der geniale Film „Tenet“ keine Nominierungen erhalten, was sehr schade ist.