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Lochdown

Mit der App „Google Maps“ kann man sich ja sehr gut ansehen, wie wenig man während der Pandemie unterwegs war. Die Historie zeigt einem grafisch dann, dass man sich im letzten Monat in erster Linie nur in kleinen Kreisen um das Zuhause bewegt hat.

Gestern hat sich das geändert. Wegen einem wichtigen Termin ging es für mich nach Friedrichshain und da ich weiterhin einen Bogen um den öffentlichen Nahverkehr mache und passionierter Warmduscher bin – weswegen ein Fahrrad bei der Kälte nicht in Frage kommt – ging es zu Fuß dorthin.

Auffällig ist, dass wir zwar einen Lockdown haben. aber der ist ja light und sehr löchrig. Während der mehr als zwei Stunden auf Berlins Gehwegen war eigentlich die gleiche, hohe Anzahl an Passanten unterwegs, wie sonst auch. Vor allem große Schülergruppen und zahlreiche Einkäufer sind mobil wie üblich, was dafür sorgt, dass der auf Abstand achtende Passant eine Art Slalomlauf hinlegen muss, wenn er sich nicht am Geknubbel beteiligen will.

Ich, als Beteiligter, habe diesen seltenen, verlängerten Spaziergang zumindest dazu genutzt, mich mit Bagels, Donuts und Anderem zu versorgen, das ich nicht in unserer Gegend bekommen kann. Mein Mobilititätsverlauf wird also demnächst einen kleinen Ausreißer in der Karte anzeigen.

Spätestens nach dem Ausflug wundert es mich nicht, dass die Infektionszahlen noch nicht so weiter runtergehen, wie sie es sollten. Ein richtiger Lockdown scheint meiner Meinung nach richtiger zu sein.

Frankfurter Tor während des Ausflugs