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Hollywood in der Philharmonie

Wenn ich Bekannten und Freunden vom bevorstehenden Auftritt von Schauspieler Bill Murray in der Berliner Philharmonie berichtete, gab es ein großes Rätselraten, was dieser denn dort machen würde. Zumal mit ihm der geniale Cellist Jan Vogler und „Freunde“ auftreten sollten. Und man konnte sich kaum vorstellen, dass Bill Murray singen / gut singen wird. Ich gebe zu, die kurze Karaoke-Darbietung im Film „Lost in Translation“ gab keinen Anlass zur großen Hoffnung, aber dort sollte er wohl extra so singen.

Was wurde also geboten? Bill Murray, gut gelaunt und locker, sang sehr gut, rezitierte Werke großer amerikanischer Schriftsteller, tanzte und präsentierte sich zwischendurch auch als der tolle Komödiant, als den man ihn kennt. Dabei sei betont, dass ein weiteres Highlight dieses abwechslungsreichen Programms die tolle Darbietung sämtlicher Musiker*innen war. Klassik, Blues, Pop – sie hatten alles so richtig gut drauf.

So war am Ende die Standing Ovation nur konsequent und die vielen Zugaben ein Geschenk an das Publikum.

Sternenmusik

Die Londoner Band Solomon Grey tritt normalerweise an Orten wie der Royal Albert Hall und der Elbphilharmonie auf.  Für ein ungewöhnliches Konzert entschlossen sie sich jedoch für einen völlig anderen Ort: Das Zeiss-Großplanetarium in Prenzlauer Berg. Etwas, was auch für sie Neuland war.

Ihre Musik – ein Querschnitt aus Klassik, Filmmusik, elektronischen Balladen und Popmusik – passte bei dem gut besuchten Konzert wunderbar zu dem visuellen Spektakel, das sich über den Köpfen der Besucher*innen abspielte. Auch die Bandmitglieder konnten offensichtlich nicht anders,  Tom Kingston schielte während des Bedienens der verschiedenen elektronischen Instrumente gelegentlich nach oben.

Sicherlich, es war teilweise etwas schwierig, Performance und Visuelles miteinander zu vereinen. Die Animationen an der Kuppel lagen im Zentrum der Aufmerksamkeit, die Band zu verfolgen, wie sie spielt, war schwierig, zumal sie eh im Dunkeln stand und man sich fragte, wie sie denn die richtigen Tasten finden können. Alles im Allen war das Konzert aber eine richtig schöne und gelungene Veranstaltung, die von netten Gesprächen der Bandmitglieder mit den Besucher*innen nach dem Konzert abgeschlossen wurde.

Brit-Rock

Beim ausverkauften Konzert am heutigen Abend im Frannz Club, Prenzlauer Berg, gab es gleich zwei tolle Bands aus Großbritannien zu sehen: die Newcomer „Victories at Sea“ und die leider immer noch zu wenig bekannten, unterbewerteten „The Boxer Rebellion“.

Ich hatte letztere schon vor Jahren live gesehen und war froh, dass in Gegensatz zu damals der Frannz Club nun ausverkauft war, was eine deutlich bessere Stimmung verursachte. Apropos Stimmung: Ich habe selten eine so gute Stimmung und so viel Applaus bei einer Vorband gesehen wie bei Victories of Sea, die zum ersten Mal Konzerte in Deutschland geben.

The Boxer Rebellion hat seinen Stil beim demnächst erscheinenden Album etwas geändert, weniger elektronisch, mehr akustische Töne. Auch diese, neuen Songs kamen beim Publikum an, sodass das ganze Event richtig gut war.

Musik unterm Sternenzelt

Die Londoner Band „Solomon Grey“ erfreut sich seit einiger wachsender Beliebtheit. Spotify hat sie mir schon mehrfach empfohlen und nach intensiven Studium unter anderem ihres neuen Albums „Human Music“ bin ich begeistert. Ihre Musik stellt einen einzigartigen Mix aus Instrumentaler / orchestraler Ambientmusik und schönen, gesungenen Balladen dar, die ein bisschen an Bon Iver erinnern.

Umso erfreulicher, als ich feststellte, dass Solomon Grey demnächst ein Konzert in Berlin haben – und das unter dem Sternenhimmel im Planetarium.