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Weiße Ostern

Ich gebe zu, die Überschrift setzen heute wohl einige Medien über ihre Beiträge, aber ich wollte mich auch mal dazu melden.

Ich habe eine leicht kritische Einstellung zu dieser schneeweißen Wetterlage. Denn es stört mich zwar nicht, dass es jetzt, Anfang April, noch so ein winterliches Wetter gibt. Schon wieder scheint die Temperatur an Ostern niedriger zu sein, als an Weihnachten. Mich sorgt mehr, dass die Natur die Wärme vorher zum Anlass genommen hat, sich frühlingshaft zu entfalten. Kirschblüten, Magnolie und Narzissen haben sich weit entwickelt und meine Hoffnung ist, dass diese von der Kälte nicht beeinträchtigt werden.

Ein positiver Aspekt der Kälte ist aber gerade an diesem Osterfest zu vermelden: Aufgrund des schlechten Wetters entstehen in den Parks und anderen Freiflächen keine großen Menschenansammlungen – etwas, was während der momentanen Pandemie eindeutig von Vorteil ist.

Aufgerüstet

Shopping im Edeka meines Vertrauens. Der Laden ist sonst immer sehr gut gefüllt, hat zwei Eingänge und hat vor allem in der Vergangenheit oft viel Freude bereitet, weil sich dort oft ignorante Pimmelnasen und Maskenlose aufhalten. Nach der neuen Maskenverordnung erwarte ich also einige Kunden, dem eben diese so ziemlich am Allerwertesten vorbeigeht. Aber, je mehr ich so durch die Gänge laufe, desto besser wird meine Laune. Etwa 90 – 95 Prozent aller Anwesenden tragen entweder FFP1 oder FFP2 Masken. Selbst die KassiererInnen und andere Mitarbeiter, die ja sonst fast immer meinten, ein Stück Plastik an der Kasse bewahre sie vor der Ansteckung und deswegen bräuchten sie keine Maske tragen.

Nur eine Kundin läuft ohne Maske herum. Die hat sicher ein (selbsgeschriebenes?) Attest dabei. Ich frage mich, wenn man so krank ist, dass man nicht 10 – 15 Min. so eine Maske tragen kann, sollte man sich dann dem Ansteckungsrisiko ausliefern und einkaufen gehen, wo es doch allerorten- gerade hier in Berlin – Lieferdienste gibt? Aber egal, meine Laune bleibt gut und ich gehe zufrieden nach Hause.

Lochdown

Mit der App „Google Maps“ kann man sich ja sehr gut ansehen, wie wenig man während der Pandemie unterwegs war. Die Historie zeigt einem grafisch dann, dass man sich im letzten Monat in erster Linie nur in kleinen Kreisen um das Zuhause bewegt hat.

Gestern hat sich das geändert. Wegen einem wichtigen Termin ging es für mich nach Friedrichshain und da ich weiterhin einen Bogen um den öffentlichen Nahverkehr mache und passionierter Warmduscher bin – weswegen ein Fahrrad bei der Kälte nicht in Frage kommt – ging es zu Fuß dorthin.

Auffällig ist, dass wir zwar einen Lockdown haben. aber der ist ja light und sehr löchrig. Während der mehr als zwei Stunden auf Berlins Gehwegen war eigentlich die gleiche, hohe Anzahl an Passanten unterwegs, wie sonst auch. Vor allem große Schülergruppen und zahlreiche Einkäufer sind mobil wie üblich, was dafür sorgt, dass der auf Abstand achtende Passant eine Art Slalomlauf hinlegen muss, wenn er sich nicht am Geknubbel beteiligen will.

Ich, als Beteiligter, habe diesen seltenen, verlängerten Spaziergang zumindest dazu genutzt, mich mit Bagels, Donuts und Anderem zu versorgen, das ich nicht in unserer Gegend bekommen kann. Mein Mobilititätsverlauf wird also demnächst einen kleinen Ausreißer in der Karte anzeigen.

Spätestens nach dem Ausflug wundert es mich nicht, dass die Infektionszahlen noch nicht so weiter runtergehen, wie sie es sollten. Ein richtiger Lockdown scheint meiner Meinung nach richtiger zu sein.

Frankfurter Tor während des Ausflugs

Light ist nicht genug

Seit einiger Zeit existiert der Lockdown Light – in Berlin hatte man schon davor einige Beschränkungen eingeführt. Das Ergebnis ist recht dürftig, wenn nicht gar keineswegs zufriedenstellend. Erst gestern meldeten mehrere Berliner Zeitungen den absoluten Höchststand von über 1900 Neuinfektionen. Zwar hatten am Tag zuvor zwei Bezirke nichts gemeldet – wie leider nur eine Zeitung berichtete. Aber fest steht, die Zahlen mögen zwar nicht mehr explosionsartig steigen, der Effekt des Lockdowns ist aber bisher eher dürftig. Heute sank der Berliner Wert auf ca. 1300 Neuinfektionen, bundesweit kommt man aber immer noch nicht unter die 20.000 er Marke – mit den entsprechenden Konsequenzen für Krankenhäuser und Tests.

Wenn die Kanzlerin am Montag mit den Ministerpräsidenten tagt, gibt es meiner Meinung nach nur eine Lösung: Der Lockdown muss ein richtiger werden – das Mantra der aufzubleibenden Schulen muss aufgegeben werden, nur noch Geschäfte wie Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken sollten öffnen dürfen und eventuell brauchen wir auch eine abendliche Ausgangssperre.

Gerade in Berlin, einer Metropole, wird es schwierig werden, die Infektionszahlen zu senken. Je früher man damit beginnt, desto besser.

Knödel de luxe

Eigentlich hatte ich ursprünglich mal vor, hier einige vegetarische Restaurants in Berlin vorzustellen, bei denen sich der Besuch besonders lohnt. Leider ist das Projekt eine Weile wegen der Pandemie auf Eis gelegt, da ich glaube, ein Essen in einem Restaurant sollte kein Risiko darstellen, man sollte das, was serviert wird, unbeschwert genießen können.

Ich weiß, dass viele Gastronomen unheimlich viel investieren,um ihr Restaurant sicher zu machen, aber die Pandemie-Lage verändert sich ständig und momentan ist hinsichtlich der wachsenden Infektionszahlen vor allem in Berlin erst mal Land unter angesagt.

Aber es gibt ja noch den Lieferservice und der bietet dummerweise nicht mein Lieblingsrestaurant (Feel Seoul Good) an, weil es leider etwas außerhalb des Liefergebietes liegt. Dennoch gibt es einige vegetarische Alternativen in der Nähe, also wurde zum ersten Mal das Häppies in der Dunckerstraße getestet. Das vegetarische Fusionrestaurant stellt ein Produkt ins Zentrum – den Germknödel mit verschiedensten salzigen und süßen Füllungen. Wer großen Hunger hat, bestellt sich am besten gleich zwei davon, wer die verschiedenen Sorten durchprobieren möchte, teilt sich die Klöße mit einer zweiten Person. Die Klöße kamen alle säuberlich in Pappkartons an, jeder hatte seine Farbe / Soße und dazu ein kleiner, passender Salat.

Das Ganze schmeckte hervorragend und ist etwas, was man vor allem als untalentierter Koch wie ich, selbst nicht so gut hinbekommen hätte. Empfehlenswert 🙂

Virensperre

Ich wohne im Risikogebiet. Das ist zunächst einmal eine betrübliche Feststellung, aber auch etwas, wofür ich (höchstwahrscheinlich) nichts kann. Die Frage ist, wie werden wir hier in Berlin diese verwerfliche Etikettierung wieder los?

Der Senat hat diese Woche eine Antwort dazu geliefert: Viren sollen ausgesperrt werden. Nun interessiert das Virus das relativ wenig, dass Berlin eine Sperrstunde verhängt hat, es besitzt auch keine Uhr und verzieht sich um 23 Uhr in den Untergrund der Metropole, aber das Kalkül ist, wenn sich schlagartig alle Kneipen und Bars leeren und alle Dreiviertel-Besoffenen nach Hause torkeln, kann es sich ja nicht mehr weiter dort ausbreiten und es muss sich andere Opfer suchen.

Meine Meinung dazu: Nette Idee, aber Leute können sich auch schneller betrinken und dann noch zuhause den Alkoholpegel mit mitgebrachten 4 anderen Freunden (das scheint erlaubt zu sein) weiter nach oben schrauben. Wenn sich was an der Zahl der extrem steigenden Neuinfektionen ändern soll, dann bitte generelles Alkoholverbot in der Gastronomie oder halt Kneipen und Bars wieder zu – so leid es mir tut. So wie es aussieht, scheint spätestens im Sommer oder Herbst nächsten Jahres eine Impfung möglich zu sein und dann wird sich die Situation auch in Berlin wieder normalisieren. Bis dahin sollte Vernunft die Maßgabe sein, einen weiteren Lockdown möchte niemand haben.

Stornierungsmarathon

Mittlerweile hat der Oktober begonnen und ich nähere mich – mal wieder – einer Reise, die coronabedingt nicht stattfinden kann. Nachdem wir unserer ersten Versuch, uns Lissabon anzusehen, im März aufgeben mussten und alles auf den Oktober verschoben haben, kann diese Reise aufgrund der momentanen Situation wieder nicht stattfinden. Stornierungen – wie schon im Sommer beim geplanten Schweden-Trip – waren mal wieder angesagt.

Bei allen Einschränkungen, die das Virus bewirkt sind, vermisse ich am meisten die Möglichkeit, Konzerte zu besuchen und Länder / Städte zu besuchen. Was also tun? Eine der Lösungen ist eine naheliegende, sicherlich auch von vielen anderen praktizierte – man wird Tourist in der eigenen Stadt, entdeckt Orte von Berlin neu, die man ja auch schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen hat. Da ich dem ÖPNV bzw. deren Benutzern nicht sehr vertraue kommt als (gesunde) Alternative das Fahrrad in Frage. Es ist auch eine gute Maßnahme, wenn man sich sonst nicht viel bewegt.

Meine Erfahrung: Es lohnt sich sehr. Denn dadurch, dass ich manche Gegenden für längere Zeit nicht gesehen habe, gibt es Überraschungen wie die kürzlich, als ich in der Nähe des Alexa-Einkaufszentrum Hochhäuser vorfand, die bei meiner letzten Fahrt in dieser Gegend noch gar nicht standen. Wird das Ganze bei sinkenden Temperaturen noch weiterhin so möglich sein? Vielleicht nicht in dem Ausmaß, bei schönen Wetter macht das schon mehr Spaß, aber fest steht, es ist ein guter Ersatz bis man wieder reisen darf.

Der „Cube“ am Hauptbahnhof