„Berlin bleibt blau“, so ist es heute in den sozialen Medien vielfach zu lesen. Wer darunter den durchschnittlichen Alkoholpegel des Berliners vermutet, liegt falsch. Denn gestern gab es die mit viel Getöse und illegal gesteckten (Hertha)Fähnchen in der Stadt angekündigte neueste Ausgabe des Berliner Bundesligaduells zwischen Hertha BSC und Union Berlin.
Dass die Stadt nun blau – oder eigentlich korrekter – blau-weiß statt rot geworden ist, liegt an dem 3:1 Sieg von Hertha. So manch einer vermutet die frühe rote Karte für Union als einen entscheidenden Grund für den Sieg. Ich widerspreche aber ein bisschen: Wer Hertha kennt, der weiß, dass das Team vor allem dann Probleme bekommt, wenn es das Spiel gegen einen defensiv eingestellten Gegner gestalten muss. Gegen starke Teams sieht man besser aus. So war es auch gestern lange Zeit schwierig für Hertha, aus dem vermeintlichen Vorteil Kapital zu schlagen. Dass das Ganze gelang, liegt in erster Linie an dem polnischen Stürmer Piątek, der endlich eine seiner vielen Einsatzchancen nutzte und gleich zwei Tore erzielte.
Es gibt in dieser Stadt eine ziemliche Rivalität zwischen diesen beiden Clubs, die ich für mich selbst nicht nachvollziehen kann. Denn ich bin zwar Hertha nahestehend, aber auch sehr gerne Berliner. Als solcher freut es mich, dass es in der höchsten deutschen Liga gleich zwei Vereine gibt, die ein Stadtderby überhaupt ermöglichen. Und ich gönne beiden Vereinen, dass sie erfolgreich sind, oder sein werden. So gesehen hat gestern auf jeden Fall die Stadt Berlin gewonnen.
