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Virensperre

Ich wohne im Risikogebiet. Das ist zunächst einmal eine betrübliche Feststellung, aber auch etwas, wofür ich (höchstwahrscheinlich) nichts kann. Die Frage ist, wie werden wir hier in Berlin diese verwerfliche Etikettierung wieder los?

Der Senat hat diese Woche eine Antwort dazu geliefert: Viren sollen ausgesperrt werden. Nun interessiert das Virus das relativ wenig, dass Berlin eine Sperrstunde verhängt hat, es besitzt auch keine Uhr und verzieht sich um 23 Uhr in den Untergrund der Metropole, aber das Kalkül ist, wenn sich schlagartig alle Kneipen und Bars leeren und alle Dreiviertel-Besoffenen nach Hause torkeln, kann es sich ja nicht mehr weiter dort ausbreiten und es muss sich andere Opfer suchen.

Meine Meinung dazu: Nette Idee, aber Leute können sich auch schneller betrinken und dann noch zuhause den Alkoholpegel mit mitgebrachten 4 anderen Freunden (das scheint erlaubt zu sein) weiter nach oben schrauben. Wenn sich was an der Zahl der extrem steigenden Neuinfektionen ändern soll, dann bitte generelles Alkoholverbot in der Gastronomie oder halt Kneipen und Bars wieder zu – so leid es mir tut. So wie es aussieht, scheint spätestens im Sommer oder Herbst nächsten Jahres eine Impfung möglich zu sein und dann wird sich die Situation auch in Berlin wieder normalisieren. Bis dahin sollte Vernunft die Maßgabe sein, einen weiteren Lockdown möchte niemand haben.

Stornierungsmarathon

Mittlerweile hat der Oktober begonnen und ich nähere mich – mal wieder – einer Reise, die coronabedingt nicht stattfinden kann. Nachdem wir unserer ersten Versuch, uns Lissabon anzusehen, im März aufgeben mussten und alles auf den Oktober verschoben haben, kann diese Reise aufgrund der momentanen Situation wieder nicht stattfinden. Stornierungen – wie schon im Sommer beim geplanten Schweden-Trip – waren mal wieder angesagt.

Bei allen Einschränkungen, die das Virus bewirkt sind, vermisse ich am meisten die Möglichkeit, Konzerte zu besuchen und Länder / Städte zu besuchen. Was also tun? Eine der Lösungen ist eine naheliegende, sicherlich auch von vielen anderen praktizierte – man wird Tourist in der eigenen Stadt, entdeckt Orte von Berlin neu, die man ja auch schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen hat. Da ich dem ÖPNV bzw. deren Benutzern nicht sehr vertraue kommt als (gesunde) Alternative das Fahrrad in Frage. Es ist auch eine gute Maßnahme, wenn man sich sonst nicht viel bewegt.

Meine Erfahrung: Es lohnt sich sehr. Denn dadurch, dass ich manche Gegenden für längere Zeit nicht gesehen habe, gibt es Überraschungen wie die kürzlich, als ich in der Nähe des Alexa-Einkaufszentrum Hochhäuser vorfand, die bei meiner letzten Fahrt in dieser Gegend noch gar nicht standen. Wird das Ganze bei sinkenden Temperaturen noch weiterhin so möglich sein? Vielleicht nicht in dem Ausmaß, bei schönen Wetter macht das schon mehr Spaß, aber fest steht, es ist ein guter Ersatz bis man wieder reisen darf.

Der „Cube“ am Hauptbahnhof

Brit-Rock

Beim ausverkauften Konzert am heutigen Abend im Frannz Club, Prenzlauer Berg, gab es gleich zwei tolle Bands aus Großbritannien zu sehen: die Newcomer „Victories at Sea“ und die leider immer noch zu wenig bekannten, unterbewerteten „The Boxer Rebellion“.

Ich hatte letztere schon vor Jahren live gesehen und war froh, dass in Gegensatz zu damals der Frannz Club nun ausverkauft war, was eine deutlich bessere Stimmung verursachte. Apropos Stimmung: Ich habe selten eine so gute Stimmung und so viel Applaus bei einer Vorband gesehen wie bei Victories of Sea, die zum ersten Mal Konzerte in Deutschland geben.

The Boxer Rebellion hat seinen Stil beim demnächst erscheinenden Album etwas geändert, weniger elektronisch, mehr akustische Töne. Auch diese, neuen Songs kamen beim Publikum an, sodass das ganze Event richtig gut war.

Stadionbesuch

Den Fußballanhänger zeichnet ja eine große Leidenschaft aus – wobei gelegentlich die Betonung auf „Leiden“ liegt. So widerfuhr es auch mir heute beim Besuch des Bundesligaspiels Hertha – Hoffenheim. Denn bei null Grad und leichtem Schneetreiben knapp 2 h auf dem Allerwertesten zu sitzen, ist schon eine große Herausforderung. Auch wenn alle möglichen Spezialstoffschichten den Körper vor schleichender Abkühlung schützen sollen, fand die Kälte auf Dauer zuverlässig Körperstellen, die sie bearbeiten konnte.

Und so ist es beiden Mannschaften zu verdanken, dass man durch deren zumindest teilweise unterhaltsames Spiel vom Wetter abgelenkt wurde. Das Spiel ging übrigens 1:1 aus.

Hertha – Hoffenheim im Olympiastadion