Schlagwort-Archive: Berlin

Freischwimmer

In der letzten Woche stand ein Schritt zu mehr Freiheit an: Da etwas von einem Elektronikmarkt gebraucht wurde erstmal Richtung Ost-Zentrum gelaufen um dort eine der großen Ketten zu besuchen.

Mein Eindruck: Am Alexanderplatz wuselt es in großer Zahl fast wie vor der Pandemie, ich kann mir regelrecht vorstellen, wie sich bei Primark alle wieder knubbeln, um die T-Shirts für 3 Euro zu bekommen. Im Saturn hat sich seit letztes Jahr nicht viel geändert, neue technische Innovationen sind kaum zu sehen. Nur die Subway-Filiale, bei der wir draußen essen, hat sich ein neues, helleren Interieur gegeben.

Was neu ist und auch schick aussieht ist die U-Bahnstation Museumsinsel. In Prag saust man in dortigen Stationen in Jet-Geschwindigkeit, hier, auf der Rolltreppe nach unten, könnte man wohl ein ganzes Buch lesen. Aber der Sternenhimmel unten ist hübsch und auch das nebenan gelegene neue Humboldtforum ist eigentlich recht gut gelungen.

Alles in allem schwimmt man sich durch solche Ausflüge nach langer Zeit wieder frei. Während man früher viele Ansichten in Berlin gewohnt war, freut man sich nun, wieder mal den Dom oder die Museumsinsel zu besuchen.

Exkursionen

Ich glaube, ich bin nicht der einzige, der in letzten, grauen und kalten Wochen wenig Lust hatte, draußen längere Spaziergänge zu unternehmen. Auch die Natur zeigte wenig Interesse, sich dem Kalender anzupassen.

Aber seit einer knappen Woche hat sich das Wetter berappelt. Die Vitamin D Tabletten können erst mal in der Packung bleiben, denn die Sonne liefert den Stoff gratis und die Pflanzenwelt holt im Schnelltempo das auf, was sie bisher nicht schaffen konnte.

So ergibt sich bei den täglich viel längeren Exkursionen in Prenzlauer Berg und Weißensee fast jedes Mal eine andere Ansicht – hier eine Blume, die angefangen hat zu blühen, dort ein Baum, der sich zunehmend mit Blättern ausstattet. Das ist schönes Futter für Fotos, wie diese hier 🙂

Testlauf

Ich war erfolgreich – ich war nämlich sozusagen im richtigen Moment auf der richtigen Website. Nachdem letztes Wochenende Aldi und Lidl frühmorgens von Kunden gestürmt wurden, die in Nullkommanix direkt zur Kasse liefen – denn dort wurden die Corona-Tests verkauft – war ein Großteil aller Testinteressierten leer ausgegangen, weil viele Filialen nur Stückzahlen im einstelligen Bereich im Angebot hatten. Es folgte Rossmann Online, an dem Wettlauf nahm ich nicht teil und dann heute – wie gesagt – der richtige Klick zur richtigen Zeit, denn DM hatte offensichtlich gerade kurz davor ein Kontingent (nur) online freigeschaltet. Kurz darauf war schon wieder Schicht.

Nun gehöre ich nicht zu den „Freitestern“, denn ich habe nicht vor mich nach negativem Ergebnis ins Partygetümmel zu stürzen, sondern sie sollen dazu dienen, bei Symptomen einfach für mich selbst festzustellen, ob das Corona, oder nur eine Erkältung ist. Und ja, ich weiß, dass die Dinger keine absolute Sicherheit garantieren.

Ich würde schon deswegen keine Events getestet aufsuchen, weil ich anderen Leuten nicht vertraue, dass sie negativ sind. Ein schönes Beispiel dazu vom letzten DM-Besuch: Eine Kassiererin musste ein Paar gleich zwei Mal ermahnen, den Abstand zum Vordermann einzuhalten. Wie ich der Dame mitteilte, war dies aber nicht das einzige Problem, denn beide hatte ihre Masken auf Pimmelnasenhöhe. Kommentar dazu: Eigentlich überflüssig.

Made in Berlin

Ich hatte vor einiger Zeit mal geschrieben, wie froh ich darüber bin, dass es in Berlin mittlerweile statt dem damaligen Minimal Techno Geschepper immer mehr Künstler gibt, die sich der melodischen, elektronischen Musik verschrieben haben. Ich möchte da vor allem zwei ansprechen, die in letzter Zeit neues Material veröffentlicht haben. Zum einen die Band Gheist. Sie hatten schon in ’19 in Zusammenarbeit mit dem französischen Künstler B0g ein fantastisches Stück namens „Venere“ veröffentlicht, dass in dem Jahr mein Lieblingssong wurde. Auch der „Fideles“ Remix davon war phänomenal.

Nun haben sie akustische Versionen ihrer Songs in Form einer EP rausgebracht. Hier gefällt mir vor allem „Acoustic salvation“.

Und dann wäre da Martin Roth. Er produziert unter anderem elektronische Musik, die Deep House zuzuordnen ist. Sein neues Stück „Echoes“ erinnert mich an Werke von Olafur Arnalds, Einmusik (auch Berlin) oder Max Richter und bekommt von mir eine klare Empfehlung 🙂

Aufgerüstet

Shopping im Edeka meines Vertrauens. Der Laden ist sonst immer sehr gut gefüllt, hat zwei Eingänge und hat vor allem in der Vergangenheit oft viel Freude bereitet, weil sich dort oft ignorante Pimmelnasen und Maskenlose aufhalten. Nach der neuen Maskenverordnung erwarte ich also einige Kunden, dem eben diese so ziemlich am Allerwertesten vorbeigeht. Aber, je mehr ich so durch die Gänge laufe, desto besser wird meine Laune. Etwa 90 – 95 Prozent aller Anwesenden tragen entweder FFP1 oder FFP2 Masken. Selbst die KassiererInnen und andere Mitarbeiter, die ja sonst fast immer meinten, ein Stück Plastik an der Kasse bewahre sie vor der Ansteckung und deswegen bräuchten sie keine Maske tragen.

Nur eine Kundin läuft ohne Maske herum. Die hat sicher ein (selbsgeschriebenes?) Attest dabei. Ich frage mich, wenn man so krank ist, dass man nicht 10 – 15 Min. so eine Maske tragen kann, sollte man sich dann dem Ansteckungsrisiko ausliefern und einkaufen gehen, wo es doch allerorten- gerade hier in Berlin – Lieferdienste gibt? Aber egal, meine Laune bleibt gut und ich gehe zufrieden nach Hause.

Berlin hat gewonnen

„Berlin bleibt blau“, so ist es heute in den sozialen Medien vielfach zu lesen. Wer darunter den durchschnittlichen Alkoholpegel des Berliners vermutet, liegt falsch. Denn gestern gab es die mit viel Getöse und illegal gesteckten (Hertha)Fähnchen in der Stadt angekündigte neueste Ausgabe des Berliner Bundesligaduells zwischen Hertha BSC und Union Berlin.

Dass die Stadt nun blau – oder eigentlich korrekter – blau-weiß statt rot geworden ist, liegt an dem 3:1 Sieg von Hertha. So manch einer vermutet die frühe rote Karte für Union als einen entscheidenden Grund für den Sieg. Ich widerspreche aber ein bisschen: Wer Hertha kennt, der weiß, dass das Team vor allem dann Probleme bekommt, wenn es das Spiel gegen einen defensiv eingestellten Gegner gestalten muss. Gegen starke Teams sieht man besser aus. So war es auch gestern lange Zeit schwierig für Hertha, aus dem vermeintlichen Vorteil Kapital zu schlagen. Dass das Ganze gelang, liegt in erster Linie an dem polnischen Stürmer Piątek, der endlich eine seiner vielen Einsatzchancen nutzte und gleich zwei Tore erzielte.

Es gibt in dieser Stadt eine ziemliche Rivalität zwischen diesen beiden Clubs, die ich für mich selbst nicht nachvollziehen kann. Denn ich bin zwar Hertha nahestehend, aber auch sehr gerne Berliner. Als solcher freut es mich, dass es in der höchsten deutschen Liga gleich zwei Vereine gibt, die ein Stadtderby überhaupt ermöglichen. Und ich gönne beiden Vereinen, dass sie erfolgreich sind, oder sein werden. So gesehen hat gestern auf jeden Fall die Stadt Berlin gewonnen.

Das gab es schon lange nicht mehr: Zuschauer im Stadion

Lochdown

Mit der App „Google Maps“ kann man sich ja sehr gut ansehen, wie wenig man während der Pandemie unterwegs war. Die Historie zeigt einem grafisch dann, dass man sich im letzten Monat in erster Linie nur in kleinen Kreisen um das Zuhause bewegt hat.

Gestern hat sich das geändert. Wegen einem wichtigen Termin ging es für mich nach Friedrichshain und da ich weiterhin einen Bogen um den öffentlichen Nahverkehr mache und passionierter Warmduscher bin – weswegen ein Fahrrad bei der Kälte nicht in Frage kommt – ging es zu Fuß dorthin.

Auffällig ist, dass wir zwar einen Lockdown haben. aber der ist ja light und sehr löchrig. Während der mehr als zwei Stunden auf Berlins Gehwegen war eigentlich die gleiche, hohe Anzahl an Passanten unterwegs, wie sonst auch. Vor allem große Schülergruppen und zahlreiche Einkäufer sind mobil wie üblich, was dafür sorgt, dass der auf Abstand achtende Passant eine Art Slalomlauf hinlegen muss, wenn er sich nicht am Geknubbel beteiligen will.

Ich, als Beteiligter, habe diesen seltenen, verlängerten Spaziergang zumindest dazu genutzt, mich mit Bagels, Donuts und Anderem zu versorgen, das ich nicht in unserer Gegend bekommen kann. Mein Mobilititätsverlauf wird also demnächst einen kleinen Ausreißer in der Karte anzeigen.

Spätestens nach dem Ausflug wundert es mich nicht, dass die Infektionszahlen noch nicht so weiter runtergehen, wie sie es sollten. Ein richtiger Lockdown scheint meiner Meinung nach richtiger zu sein.

Frankfurter Tor während des Ausflugs

Light ist nicht genug

Seit einiger Zeit existiert der Lockdown Light – in Berlin hatte man schon davor einige Beschränkungen eingeführt. Das Ergebnis ist recht dürftig, wenn nicht gar keineswegs zufriedenstellend. Erst gestern meldeten mehrere Berliner Zeitungen den absoluten Höchststand von über 1900 Neuinfektionen. Zwar hatten am Tag zuvor zwei Bezirke nichts gemeldet – wie leider nur eine Zeitung berichtete. Aber fest steht, die Zahlen mögen zwar nicht mehr explosionsartig steigen, der Effekt des Lockdowns ist aber bisher eher dürftig. Heute sank der Berliner Wert auf ca. 1300 Neuinfektionen, bundesweit kommt man aber immer noch nicht unter die 20.000 er Marke – mit den entsprechenden Konsequenzen für Krankenhäuser und Tests.

Wenn die Kanzlerin am Montag mit den Ministerpräsidenten tagt, gibt es meiner Meinung nach nur eine Lösung: Der Lockdown muss ein richtiger werden – das Mantra der aufzubleibenden Schulen muss aufgegeben werden, nur noch Geschäfte wie Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken sollten öffnen dürfen und eventuell brauchen wir auch eine abendliche Ausgangssperre.

Gerade in Berlin, einer Metropole, wird es schwierig werden, die Infektionszahlen zu senken. Je früher man damit beginnt, desto besser.

Prenzlberger Blätterwald

Momentan sind fast alle Blätter von den Bäumen gefallen und ein Farbenspiel, wie es in den letzten Jahren selten vorkam, endet. Warum die Bäume dieses Jahr besonders bunt und nett anzusehen waren, weiß ich nicht. Wie auch immer: Da unsere Wege nun auf Berlin beschränkt sind, ist es gut, bei Spaziergängen in der Nachbarschaft schöne Ansichten zu haben, die man sonst nicht bekommt.

Knödel de luxe

Eigentlich hatte ich ursprünglich mal vor, hier einige vegetarische Restaurants in Berlin vorzustellen, bei denen sich der Besuch besonders lohnt. Leider ist das Projekt eine Weile wegen der Pandemie auf Eis gelegt, da ich glaube, ein Essen in einem Restaurant sollte kein Risiko darstellen, man sollte das, was serviert wird, unbeschwert genießen können.

Ich weiß, dass viele Gastronomen unheimlich viel investieren,um ihr Restaurant sicher zu machen, aber die Pandemie-Lage verändert sich ständig und momentan ist hinsichtlich der wachsenden Infektionszahlen vor allem in Berlin erst mal Land unter angesagt.

Aber es gibt ja noch den Lieferservice und der bietet dummerweise nicht mein Lieblingsrestaurant (Feel Seoul Good) an, weil es leider etwas außerhalb des Liefergebietes liegt. Dennoch gibt es einige vegetarische Alternativen in der Nähe, also wurde zum ersten Mal das Häppies in der Dunckerstraße getestet. Das vegetarische Fusionrestaurant stellt ein Produkt ins Zentrum – den Germknödel mit verschiedensten salzigen und süßen Füllungen. Wer großen Hunger hat, bestellt sich am besten gleich zwei davon, wer die verschiedenen Sorten durchprobieren möchte, teilt sich die Klöße mit einer zweiten Person. Die Klöße kamen alle säuberlich in Pappkartons an, jeder hatte seine Farbe / Soße und dazu ein kleiner, passender Salat.

Das Ganze schmeckte hervorragend und ist etwas, was man vor allem als untalentierter Koch wie ich, selbst nicht so gut hinbekommen hätte. Empfehlenswert 🙂