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Sie hätten berühmt werden können

Kürzlich las ich, dass eine Band, die ich Ende der 80iger Jahre kennenlernte – Xymox (oder auch Clan of Xymox, wie sie sich davor und nach einer Weile wieder danach nannte) zu einem Konzert Ende des Jahres nach Berlin kommt. Das damalige Album „Twist of Shadows“ lässt sich wohl ohne Zweifel in die Top 5 meiner meistgehörten Favoritenalben aller Zeiten einreihen.

Ich habe dann ein bisschen recherchiert und herausgefunden, dass die Band in veränderter Besetzung seitdem kontinuierlich existiert und auch Alben herausgebracht hat. Fakt ist aber auch, trotz absolut hoher Qualität ihrer Musik, vergleichbar derer von „großen“ Bands wie The Cure oder Sisters of Mercy,  dass es diese niederländische Band nie so richtig geschafft hat mit dem Durchbruch. „Twist of Shadows“ war ein eigentlich schöner Erfolg – in Europa und in den USA – aber so richtig berühmt, wie die eben genannten anderen Bands, sind sie nie geworden. Sie haben aber bis heute eine treue, kleine Fanbase, die auch zu ihren Konzerten geht.

Wenn man viel Musik hört, so wie ich, stößt man öfters mal auf Bands, bei denen man sich fragt, warum sie es nie geschafft haben, eine größere Zuhörerschaft zu bekommen – etwas, was sie sich durch ihre Werke durchaus verdient hätten. Lag es am falschen Management, am Label, oder wollten sie eventuell gar nicht bekannter werden? Schwer zu sagen.

Ein weiteres, neueres Beispiel wären hier zum Beispiel „The Boxer Rebellion“, alternativer Rock, manchmal auch Pop, der durchaus massenkompatibel ist, tolle Arrangements, die selbst live im Stadion gut klängen. Aber auch sie schaffen nicht den Durchbruch, touren in erster Linie durch kleinere Clubs und Spielstätten. Das mag für den Besucher dieser Konzerte durchaus auch ein Vorteil sein, für den Geldbeutel der Band aber wohl eher nicht.

 

Brit-Rock

Beim ausverkauften Konzert am heutigen Abend im Frannz Club, Prenzlauer Berg, gab es gleich zwei tolle Bands aus Großbritannien zu sehen: die Newcomer „Victories at Sea“ und die leider immer noch zu wenig bekannten, unterbewerteten „The Boxer Rebellion“.

Ich hatte letztere schon vor Jahren live gesehen und war froh, dass in Gegensatz zu damals der Frannz Club nun ausverkauft war, was eine deutlich bessere Stimmung verursachte. Apropos Stimmung: Ich habe selten eine so gute Stimmung und so viel Applaus bei einer Vorband gesehen wie bei Victories of Sea, die zum ersten Mal Konzerte in Deutschland geben.

The Boxer Rebellion hat seinen Stil beim demnächst erscheinenden Album etwas geändert, weniger elektronisch, mehr akustische Töne. Auch diese, neuen Songs kamen beim Publikum an, sodass das ganze Event richtig gut war.