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Zum Fußball gehen

Gut, Hertha hat nun auch die ersten Punkte geholt. Als passionierter Anhänger dieses Vereins braucht man eine gewisse Leidensfähigkeit und freut sich wie ein Schneekönig, wenn ein Aufsteiger wie Bochum mit Ach und Krach besiegt wird. Auch wenn ich mir Sky und Dazn leiste, ein Besuch der Heimspiele von Hertha ist mir ehrlich gesagt in Pandemie-Zeiten und aufgrund anhaltender Erfolgslosigkeit noch zu viel des Guten.

Da finde ich momentan einen Verein, der ganz in der Nähe spielt interessanter für einen Besuch: Viktoria Berlin ist vor kurzem in die dritte Liga aufgestiegen und steht hier nun an der Tabellenspitze. Die Zuschauerzahl liegt bei 1.500 – 3.000 Zuschauern, ein Kuddelmuddel im ÖPNV ergibt sich dadurch wohl nicht und man könnte auch bei schönem Wetter mit dem Fahrrad hin – oder gar zu Fuß hingehen. Die Eintrittspreise sind recht ok und zusätzlich gibt es mit Magdeburg, Osnabrück, Braunschweig, Kaiserslautern, Duisburg und Saarbrücken recht bekannte Vereine in der Liga. Also – es spricht Einiges dafür, mir mal ein Spiel anzuschauen.

Noch interessanter könnte es übrigens werden, wenn auch noch in die Zweite Bundesliga aufgestiegen wird und Teams wie Schalke, Bremen, der HSV oder Nürnberg mit ihren vielen Fans Prenzlauer Berg erobern. Das könnte Parkplatzprobleme verursachen. Der Verein hat zwar angekündigt, dass das der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark dann zu klein wäre und man umziehen werde. Es fragt sich nur wohin – viele Möglichkeiten in Berlin gibt es nicht.

Berlin hat gewonnen

„Berlin bleibt blau“, so ist es heute in den sozialen Medien vielfach zu lesen. Wer darunter den durchschnittlichen Alkoholpegel des Berliners vermutet, liegt falsch. Denn gestern gab es die mit viel Getöse und illegal gesteckten (Hertha)Fähnchen in der Stadt angekündigte neueste Ausgabe des Berliner Bundesligaduells zwischen Hertha BSC und Union Berlin.

Dass die Stadt nun blau – oder eigentlich korrekter – blau-weiß statt rot geworden ist, liegt an dem 3:1 Sieg von Hertha. So manch einer vermutet die frühe rote Karte für Union als einen entscheidenden Grund für den Sieg. Ich widerspreche aber ein bisschen: Wer Hertha kennt, der weiß, dass das Team vor allem dann Probleme bekommt, wenn es das Spiel gegen einen defensiv eingestellten Gegner gestalten muss. Gegen starke Teams sieht man besser aus. So war es auch gestern lange Zeit schwierig für Hertha, aus dem vermeintlichen Vorteil Kapital zu schlagen. Dass das Ganze gelang, liegt in erster Linie an dem polnischen Stürmer Piątek, der endlich eine seiner vielen Einsatzchancen nutzte und gleich zwei Tore erzielte.

Es gibt in dieser Stadt eine ziemliche Rivalität zwischen diesen beiden Clubs, die ich für mich selbst nicht nachvollziehen kann. Denn ich bin zwar Hertha nahestehend, aber auch sehr gerne Berliner. Als solcher freut es mich, dass es in der höchsten deutschen Liga gleich zwei Vereine gibt, die ein Stadtderby überhaupt ermöglichen. Und ich gönne beiden Vereinen, dass sie erfolgreich sind, oder sein werden. So gesehen hat gestern auf jeden Fall die Stadt Berlin gewonnen.

Das gab es schon lange nicht mehr: Zuschauer im Stadion

Fußballfan

Es ist schwierig, der Fußball-WM momentan zu entkommen. Während schon nachmittags so Knaller-Paarungen wie Marokko – Iran im Tv laufen, gibt es WM-Relevantes auch an anderen Orten zu sehen – wie im Kühlregal auf Produkten im Laden nebenan.

Und dann wären da die zahlreichen Event-Locations, die Public Viewing anbieten. Kaum ein Club oder öffentlicher Veranstaltungsraum, der das nicht anbietet. Ich selbst mache einen großen Bogen um solche öffentlichen Guck-Parties. Nachdem ich einmal tatsächlich bei so etwas vor Ort war – das Spiel fing direkt nach der Arbeit an und die Location von der Arbeitsstelle nur ein paar Meter entfernt, mag ich generell nimmer.

Und zwar aus dem einfachen Grund, weil ich Fußballfan bin, also ein Anhänger des Spiels selbst, der eben dieses gerne verfolgen möchte. Dabei stören mich besoffenes Gegröhle a la „Na, gib doch den Ball ab Du Asi“, Leute, die vor einem häufig aufstehen, um sich das nächste Getränk zu holen, oder die Personen in der Nähe, die sich laut über alles Mögliche, aber nicht über das Spiel unterhalten.

Deswegen bleib ich besser zuhause und genieße vor dem heimischen Tv.

Saisonende

Zum Saisonende war noch mal ein richtig starker Gegner Gast im Olympiastadion: der noch amtierende Deutsche Vizemeister RB Leipzig. Das wollten viele sehen, ins Stadion kamen mehr als 60.000 Zuschauer, darunter ca. 10.000 Gäste aus Leipzig, was eine tolle Atmosphäre erzeugte.

Nachdem unter anderem wir schon bei mehreren Heimspielen eine Art Anti-Fussball mit angerührtem Beton in der Verteidigung und höchstens einem Stürmer vorne angesehen hatten, wollte Trainer Pal Dardai offensichtlich mal schauen, ob die Mannschaft auch offensiver spielen kann.

Das Ergebnis: Sie kann und das Ganze sieht wesentlich unterhaltsamer aus als so manches öde 0:0 davor – aber leider waren durch diese Spielweise Torhüter und Abwehr derart überfordert, dass für RB Leipzig praktisch das Motto „Jeder Schuss ein Treffer“ galt. Das 2:6 war dabei wohl ein angemessenes Resultat und der Trainer weiß nun, dass er für eine erfolgreiche Variante dieses Spielsystems noch einige neue, qualititativ gute Spieler braucht.

Rahmenprogramm

Der heutige Sensationssieg der Deutschen Eishockeynationalmannschaft gegen den Weltmeister Schweden erinnert mich an meinen ersten Besuch eines Eisbären-Spiels in der Mercedes-Benz-Arena. Das auch deshalb, weil einer vom heimischen Team ein Tor erzielte.

Was mich damals besonders beeindruckt hat, war das Rahmenprogramm, also die Show rund um das Spiel. Das ging von Zurverfügungstellung von Lärmmaterial für jeden Zuschauer, Feuerwerk bei Vorstellung der Spieler, Musik, Display etc.

Im Gegensatz zu Hertha – dort läuft zusätzlich zum in letzter Zeit oft grottigem Gekicke kaum was rund ums Spiel ab – wird das Publikum hier optisch und akustisch exzellent in Stimmung gebracht und dankt es mit toller Unterstützung des Teams.

Stadionbesuch

Den Fußballanhänger zeichnet ja eine große Leidenschaft aus – wobei gelegentlich die Betonung auf „Leiden“ liegt. So widerfuhr es auch mir heute beim Besuch des Bundesligaspiels Hertha – Hoffenheim. Denn bei null Grad und leichtem Schneetreiben knapp 2 h auf dem Allerwertesten zu sitzen, ist schon eine große Herausforderung. Auch wenn alle möglichen Spezialstoffschichten den Körper vor schleichender Abkühlung schützen sollen, fand die Kälte auf Dauer zuverlässig Körperstellen, die sie bearbeiten konnte.

Und so ist es beiden Mannschaften zu verdanken, dass man durch deren zumindest teilweise unterhaltsames Spiel vom Wetter abgelenkt wurde. Das Spiel ging übrigens 1:1 aus.

Hertha – Hoffenheim im Olympiastadion