Virensperre

Ich wohne im Risikogebiet. Das ist zunächst einmal eine betrübliche Feststellung, aber auch etwas, wofür ich (höchstwahrscheinlich) nichts kann. Die Frage ist, wie werden wir hier in Berlin diese verwerfliche Etikettierung wieder los?

Der Senat hat diese Woche eine Antwort dazu geliefert: Viren sollen ausgesperrt werden. Nun interessiert das Virus das relativ wenig, dass Berlin eine Sperrstunde verhängt hat, es besitzt auch keine Uhr und verzieht sich um 23 Uhr in den Untergrund der Metropole, aber das Kalkül ist, wenn sich schlagartig alle Kneipen und Bars leeren und alle Dreiviertel-Besoffenen nach Hause torkeln, kann es sich ja nicht mehr weiter dort ausbreiten und es muss sich andere Opfer suchen.

Meine Meinung dazu: Nette Idee, aber Leute können sich auch schneller betrinken und dann noch zuhause den Alkoholpegel mit mitgebrachten 4 anderen Freunden (das scheint erlaubt zu sein) weiter nach oben schrauben. Wenn sich was an der Zahl der extrem steigenden Neuinfektionen ändern soll, dann bitte generelles Alkoholverbot in der Gastronomie oder halt Kneipen und Bars wieder zu – so leid es mir tut. So wie es aussieht, scheint spätestens im Sommer oder Herbst nächsten Jahres eine Impfung möglich zu sein und dann wird sich die Situation auch in Berlin wieder normalisieren. Bis dahin sollte Vernunft die Maßgabe sein, einen weiteren Lockdown möchte niemand haben.